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Patientenanwaltschaft

Ende 2016 waren 57 PatientenanwältInnen für VertretungsNetz tätig. Sie arbeiteten in 33 psychiatrischen Krankenhäusern bzw. psychiatrischen Abteilungen. Sie vertraten PatientInnen bei ca. 1.409 Gerichtsterminen pro Monat.

Entwicklung der Unterbringungen

Über die Jahre hinweg ist eine stetige Steigerung der Unterbringungen zu beobachten, vor allem auf kürzere Zeit (bis zu vier Tagen). Insgesamt gab es laut Daten der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) 2013 österreichweit 23.812 Unterbringungen ohne Verlangen, die bei den Gerichten gemeldet wurden. In Relation zu den stationären Aufenthalten insgesamt (71.113) entspricht dies einem Anteil von ca. 28%, ein Wert, der im Vergleich zu den Vorjahren leicht gestiegen ist. Die restlichen 72% der Aufnahmen erfolgten auf freiwilliger Basis. In der Kinder- und Jugendpsychiatrie betrug der Anteil an Aufnahmen mit Unterbringungen ohne Verlangen rund 26%, wobei ein Großteil (80%) der Unterbringungen Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren betraf.

Quelle:
Ladurner, J., Sagerschnig, S., Nowotny, M.: "Analyse der Unterbringungen nach UbG in Österreich. Berichtsjahre 2012, 2013", ÖBIG i.A. d. Bundesministerium für Gesundheit, Wien, Jänner 2015

Verbot von Netzbetten

Netzbetten dürfen seit 1. Juli 2015 in der Psychiatrie und in Heimen nicht mehr zum Einsatz kommen. Österreich zieht mit dem Verbot mit internationalen menschenrechtlichen Standards gleich. Das Verbot wurde vom Bundesministerium für Gesundheit am 1. September 2014 aus verfassungsrechtlichen Gründen per Erlass verfügt. 

 

 

Materialien

Im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit erhebt die GÖG/ÖBIG im Jahresabstand Daten zur Vollziehung des UbG und publiziert die Ergebnisse jeweils zu zwei Erhebungsjahren in einem Bericht. Der vorliegende Bericht befasst sich mit den Jahren 2010 und 2011, enthält aber auch die wichtigsten Zahlen im Zeitverlauf seit Einführung des UbG im Jahr 1991.

Österreichischer Psychiatriebericht 2004
Ziel des Österreichischen Psychiatrieberichtes 2004 ist es, dem Thema der psychischen Gesundheit und psychischen Krankheit eine erhöhte Sichtbarkeit und Akzeptanz zu verleihen.

Der Österreichische Strukturplan Gesundheit (ÖSG 2012) ist die verbindliche Grundlage für die integrierte Planung der österreichischen Gesundheitsversorgungsstruktur.

Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie
Gekürzte Fassung eines Vortrags von Elke Beermann bei der Tagung „Mit oder ohne Netz“, 19. Februar 2008, AKH Wien

Grünbuch der Europäischen Union: Die psychische Gesundheit der Bevölkerung verbessern – Entwicklung einer Strategie für die Förderung der psychischen Gesundheit in der Europäischen Union, 2005

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