Vertretungsnetz Logo
Sachwalterschaft   |    Patientenanwaltschaft    |   Bewohnervertretung
Sachwalterschaft

Jeder Mensch kann von der Hilfe anderer abhängig werden. Dies betrifft etwa Bereiche wie Wohnungsangelegenheiten, Versicherungsfragen, Bankgeschäfte oder Betreuung und Pflege daheim bzw. in Einrichtungen. Für diesen Fall kann man vorsorglich einer Vertrauensperson eine sogenannte Vorsorgevollmacht erteilen. Manchmal kann so eine Sachwalterschaft vermieden werden.

 

Was sollte auf jeden Fall in einer Vorsorgevollmacht stehen?

  • Name, Adresse und Geburtsdatum der bevollmächtigten Person
  • Zeitpunkt und Dauer der Gültigkeit der Vorsorgevollmacht
  • Aufgabenbereiche, für die der/die Bevollmächtigte zuständig sein soll
  • persönliche Wünsche des oder der Betroffenen (z.B. bzgl. Pflege, medizinischer Versorgung, Wahl eines Alters- oder Pflegeheims)

 Eine Vorsorgevollmacht kann eigenhändig geschrieben und unterzeichnet werden. Wird sie nicht eigenhändig geschrieben – sondern etwa mittels Computer erstellt – muss sie eigenhändig unterschrieben und der Wille in Anwesenheit von drei ZeugInnen bekräftigt werden. Die ZeugInnen müssen unter Hinweis auf ihre Zeugeneigenschaft ebenfalls auf der Vollmacht unterschreiben. Geht es um schwerwiegende Vertretungshandlungen, muss die Vorsorgevollmacht bei einem/r NotarIn, bei einem/r RechtsanwältIn oder bei Gericht erstellt werden.

 

Als schwerwiegende Vertretungshandlungen gelten

  • die Einwilligung in schwerwiegende medizinische Behandlungen (z.B. risikoreiche Operationen, Amputationen, PEG-Sonde)
  • die Bestimmung des Wohnortes
  • Vermögensangelegenheiten, die über das übliche Maß an Verwaltung hinausgehen (z.B. Verkauf oder Vermietung eines Hauses oder einer Wohnung oder große finanzielle Anschaffungen).

 Die Vorsorgevollmacht kann im Österreichischen Zentralen Vertretungsregister (ÖZVV) registriert werden, damit sie auf jeden Fall auffindbar bleibt. Soll die Vollmacht in Kraft treten, muss der/die Bevollmächtigte dem Notar/der Notarin ein ärztliches Zeugnis vorlegen, das die fehlende Geschäftsfähigkeit des/der Betroffenen bestätigt. Vom Notar oder der Notarin erhält der/die Bevollmächtigte eine Bestätigung, mit der er/sie sich als bevollmächtigt ausweisen kann.

 

Der/die Betroffene kann die Vorsorgevollmacht jederzeit widerrufen – auch nach Verlust der Geschäftsfähigkeit. Die Folge wird in den meisten Fällen die Einleitung eines Sachwalterschaftsverfahrens sein.

 

Links:

Formular für die Erstellung einer Vorsorgevollmacht, entwickelt vom Bundesministerium für Justiz in Zusammenarbeit mit den vier Sachwaltervereinen und anderen wichtigen Institutionen

Weitere Informationen zur Vorsorgevollmacht auf www.help.gv.at

Informationsfolder zur Vorsorgevollmacht auf der Homepage der österreichischen NotarInnen

Informationen zur Patientenverfügung

 

 

Diese Seite ausdrucken