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Notstand in der Kinder- und Jugendpsychiatrie

VertretungsNetz – Patientenanwaltschaft fordert Beseitigung der Versorgungsmängel

Mag. Bernhard Rappert ©VertretungsNetz

Die Versorgung von psychisch erkrankten Kindern weist drastische Defitzite auf. Dies war die übereinstimmende Aussage von VertretungsNetz-Patientenanwalt Bernhard Rappert, Volksanwalt Günther Kräuter und der Wiener Patientenanwältin Sigrid Pilz anlässlich einer Pressekonferenz am 15. März 2016 in Wien.
Täglich würden zwei Minderjährige zwangsweise auf der Wiener Erwachsenenpsychiatrie anstatt auf der Kinder- und Jugendpsychiatrie untergebracht sein, weil zu wenig altersgerechte Kapazitäten vorhanden sind.

„Jugendliche im Alter zwischen 12 und 17 Jahren erhalten auf der Erwachsenenpsychiatrie keine altersadäquate Betreuung und kein pädagogisches Angebot“, so Rappert. Er ergänzt: „Zudem fehlt dort das Zusammensein mit Gleichaltrigen. Der Umgang mit erwachsenen Patienten ist für Jugendliche massiv belastend.“ Der Experte fordert: „Diese Versorgungsmängel müssen endlich behoben, und zusätzliche Ressourcen müssen bereitgestellt werden! Laut Rechtsprechung haben Minderjährige ein Recht darauf auf einer Spezialstation für Jugendliche behandelt zu werden.“

Patientenanwalt Rappert erläutert: „2009 fanden noch knapp 90 % aller Unterbringungen auf der Wiener Kinder- und Jugendpsychiatrie statt, 2015 war es nur mehr die Hälfte.“ Volksanwalt Günther Kräuter sprach von einem „Notstand“, der auch auf die Ausbildungsssituation zurückzuführen sei. Hier seien Länder und Krankenanstalten gefordert, die Zahl der Ausbildungsstellen für Kinder- und Jugendpsychiater zu erhöhen. Sigrid Pilz von der Wiener Pflege- und Patientenanwaltschaft betont, dass das Problem des Bettenmangels schon jahrelang besteht. Mindestens 128 Betten sollten in Wien zur Verfügung stehen, derzeit sind es nur 56.

Link:
Volksanwaltschaft: Pressefrühstück zum Thema Kinder- und Jugendpsychiatrien: "Defizite und Perspektiven"


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