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Elisabeth Wintersberger: Die vorbeugende Maßnahme gem § 21 Abs 1 StGB; Maßgeschneidertes Behandlungskonzept oder menschenrechtswidrige Verwahrung?

Schriftenreihe iFamZ, Linde Verlag 2018, 184 S. 

Die vorbeugende Maßnahme gem § 21 Abs 1 StGB boomt - bereits jeder zehnte Häftling in Österreich ist „geistig abnormer Rechtsbrecher“. Vor über 40 Jahren in bester Absicht konzipiert, stellt die Maßnahme dennoch „eine der schwersten - wenn nicht die schwerste - Maßnahme dar, die nach dem Strafgesetzbuch verhängt werden kann“ (so der EGMR).

Die Autorin weist nach, dass die rechtlichen Grundlagen der Maßnahme weder mit nationalen und internationalen Entwicklungen des Behindertenrechts noch mit jenen des allgemeinen Strafrechts Schritt gehalten haben. Vor dem Hintergrund minderschwerer oder nur versuchter Anlasstaten wird dargelegt, dass sich die Maßnahme entgegen ihrer Intention zu einem „Gefährdungsabwendungs-Instrument“ entwickelt hat und damit in Konkurrenz zum Unterbringungsgesetz getreten ist.

Die Kontrolle und das Fehlen tauglicher Regelungen zur medizinischen Behandlung einwilligungsunfähiger Häftlinge fördert ein Wiederauferstehen der Langzeitpsychiatrie vor Inkrafttreten des Unterbringungsgesetzes, was die Autorin ebenfalls kritisch beleuchtet.

Die Autorin Elisabeth Wintersberger ist bei VertretungsNetz als Bereichsleiterin im Fachbereich Erwachsenenvertretung für Oberösterreich tätig.

 

Irene Müller, Margot Prinz, Ilse Zapletal: Erwachsenenvertretung.
NWV Verlag, Mai 2018, 364 S. 

Unter dem Einfluss der UN-Behindertenrechtskonvention versucht das ab 1.7.2018 geltende österreichische Erwachsenenschutzrecht, eine neue Balance zwischen den Polen Autonomie und Fremdbestimmung zum Schutz vor Selbstschädigung herzustellen. Unterstützung und Begleitung der betroffenen Menschen werden höher gewichtet als zuvor.

Flexible, überwiegend zeitlich befristete und auch wählbare Rechtsinstrumente sollen Menschen, die aufgrund einer psychischen Krankheit oder einer vergleichbaren Beeinträchtigung in ihrer Entscheidungsfähigkeit eingeschränkt sind, eine rechtliche Vertretung gewährleisten.

Ilse Zapletal ist bei VertretungsNetz (Abt. Recht) tätig, Irene Müller leitete die Abt. Recht bis zu ihrer Pensionierung 2017. 

 

Peter Resetarits, Nikolaus Weiser (Hg.): Der Pflege-Ratgeber.
Linde Populär / ORF, überarbeitete und aktualisierte 2. Auflage, April 2018

450.000 Menschen beziehen in Österreich Pflegegeld, sind also auf Betreuung und Hilfe angewiesen. Die 2. aktualisierte Auflage des Ratgebers will Betroffene und Angehörige über sämtliche Fragen in Zusammenhang mit der Organisation von Pflegeleistungen informieren. Berücksichtigt werden in der neuen Auflage die Änderungen durch das 2. Erwachsenenschutzgesetz ab 1.7.2018. VertretungsNetz-Mitarbeiterin Ilse Zapletal (Abt. Recht) hat als Autorin mitgewirkt.

 

Margula, Wilhelm: Pflegefall? Nein, danke! Mit der Patientenverfügung selbst entscheiden

Vorsorge ist keine Frage des Alters. Dieses Buch vermittelt das Rüstzeug, Begriffe wie „Patientenverfügung“, „Vorsorgevollmacht“, „Sachwalterschaft/Erwachsenenvertretung“ u.ä. zu verstehen. Es gibt Ihnen die richtigen Denkanstöße und hilft, die für Sie richtige Entscheidung zu treffen.

Über ein mit dem Buch gekoppeltes PFLEGEFALLTOOL erhalten Sie die Möglichkeit, erste Maßnahmen zu treffen. Viele Menschen haben den Wunsch, ein jahrelanges Siechtum bei völliger oder weitgehender Bewusstlosigkeit für sich zu verhindern oder auch den Wunsch, ihren Angehörigen später nicht zur Last zu fallen. Dieses Buch ist eine Entscheidungshilfe für all jene, die ihr Leben bis zum Ende selbst bestimmen und für den Ernstfall vorsorgen möchten. Selbstbestimmt statt fremdbestimmt.

Dieses Buch ist als Taschenbuch im maudrich Verlag erschienen.
160 Seiten, 1. Auflage Wien 2017

Brinek, Gertrude (Hrsg.): Erwachsenenschutz statt Sachwalterschaft – Schritte zu einem selbstbestimmten Leben 
Beiträge von: Peter Barth, Gertrude Brinek, Walter Fuchs, Michael Ganner, Walter Hammerschick und Hemma Mayrhofer, Sarah Hofmayer und Martin Ladstätter, Franz Kolland, Robert Müller 

Es kann jeden treffen. Jederzeit. In jedem Alter: Der Verlust an Selbstbestimmung, das Angewiesensein auf andere Menschen. Über die eigenen Angelegenheiten, d. h. über das eigene Geld, die eigene Wohnung, seinen eigenen Alltag nicht mehr verfügen zu können, auf fremde Menschen angewiesen, ihnen „ausgeliefert“ zu sein, das wird schmerzlich in der Praxis der Sachwalterschaft bewusst.
Das neue Erwachsenenschutz-Gesetz geht von einem größtmöglichen Erhalt der Selbstbestimmung aus und regelt eventuelle persönliche Einschränkungen besser als bisher. Es setzt auf Hilfe und Unterstützung statt „Entmündigung“, es ist auf „Empowerment“ gerichtet.
Zum neuen Erwachsenenschutz-Gesetz nehmen ausgewiesene Expertinnen und Experten Stellung, kommentieren und diskutieren Entwicklungen und Reformwege, um diesen wesentlichen Paradigmenwechsel zu ermöglichen. 

Eine Publikation der Volksanwaltschaft in der Edition Ausblick.
208 Seiten, Hardcover mit SU, zahlreiche Grafiken
Wien – Saarbrücken 2017

Lappe, Manfred: Alles geregelt. Das KONSUMENT-Vorsorgebuch 
Begräbnis, digitaler Nachlass, Erbrecht - Organspende, Patientenverfügung, Sachwalterschaft - Testament, Verlassenschaft, Vermächtnis, Vorsorgevollmacht - 2. Auflage, 2017

Kontrolle über das eigene Leben? Unfall, Krankheit oder Begleiterscheinungen des Alterns können jederzeit dazu führen, dass man im wahrsten Sinn des Wortes die Kontrolle über sein Leben verliert, weil man wichtige Entscheidungen nicht mehr selbst treffen kann. Nicht alle Fragen, die dabei auftauchen, sind bis ins Letzte gesetzlich geregelt. Vieles, etwa das Ausmaß medizinischer Behandlungen bei tödlichen Erkrankungen oder die Gestaltung des eigenen Begräbnisses, kann man vorsorglich auch selbst festlegen.

Angehörigen Belastung ersparen 
Dieses Buch im A4-Format liegt nun in zweiter Auflage vor. Es ist ein Leitfaden für alle Menschen, die ihr Leben möglichst selbstbestimmt vorausplanen wollen und ihren Angehörigen zusätzliche Belastungen in ohnehin schwierigen Situationen ersparen möchten.

Österreichische Juristenkommission (Hrsg.): Autonomes Altern? Rechtliche und ethische Fragen gegen Ende des Lebens. Frühjahrstagung der österreichischen Juristenkommission vom 14.-16. Mai 2015 in Haibach/Schlögen.
Kritik und Fortschritt im Rechtsstaat Band 46, Linde Verlag, Wien 2016

Die steigende Lebenserwartung bewirkt erhöhte Ansprüche an ein selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter, aber auch an sogenanntes selbstbestimmtes Sterben. Experten behandeln diese und andere Themen in dem neuen Buch „Autonomes Altern“. Eine alternde Gesellschaft stellt an uns besondere Anforderungen psychosozialer und rechtlicher, organisatorischer und finanzieller, gesundheitlicher und ethischer Natur, soll man berechtigten Erwartungen und dem Anspruch auf Wahrung der Menschenwürde gerecht werden. Der vorliegende Band beinhaltet folgende Themen:

Ethisch angemessener Umgang mit Gebrechlichkeit und Grundfragen der autonomen Bestimmung des Lebensendes, aktuelle sozialwissenschaftliche Daten betreffend die Einstellung zur Sterbehilfe, Zwang in der Pflege: Mehr Freiheit oder mehr Sicherheit, Reform der Sachwalterschaft im Spannungsfeld von selbstbestimmtem Leben und Bevormundung, Erbrechtsreform: Privatautonomes Testieren und Behinderung, Pflege als Erbrechtstitel, Hauskrankenpflege versus Anstaltspflege und Gesundheitsversorgung im Alter Ausgewiesenen.
(Verlagstext)

Die vorliegende Dokumentation enthält auch die Vorträge von VertretungsNetz-Geschäftsführer Dr. Peter Schlaffer und der Fachbereichsleiterin Bewohnervertretung, Susanne Jaquemar
 

Peter Pantucek-Eisenbacher, Monika Vyslouzil (Hg.): 30 Tage Sozialarbeit. Berichte aus der Praxis. LIT Verlag, Wien 2015

30 Geschichten aus dem Berufsalltag vn SozialarbeiterInnen erzählen von Erfolg und Misserfolg, verzwickten Beziehungen, rechtlichen Hürden und Möglichkeiten und von den vielen Menschen, die Hilfe in Anspruch nehmen wollen oder müssen. Es entsteht das Panorama eines faszinierenden Berufs. (Verlagstext). 
VertretungsNetz-Mitarbeiterin Viktoria Feichtinger hat für den Band einen "Tag im Leben einer Sachwalterin" beschrieben.

Hansjörg Hofer (Hg.): Alltag mit Behinderung. Ein Wegweiser für alle Lebensbereiche. Ausgabe 2015/2016 Neuer Wissenschaftlicher Verlag, Wien, Graz 2015 

Das Buch erscheint seit 2003 regelmäßig und ist als praxisorientiertes Werk für alle Betroffenen und Interessierten gedacht. Die enthaltenen Informationen führen durch die verschiedensten Lebensbereiche. Angeschnittene Themen sind z.B. Ausbildung, Arbeit, Begünstigungen, Steuern und Gebühren, Mobilität, barrierefreies Bauen und Wohnen, Soziale Sicherheit und Pflegevorsorge, Sachwalterschaft, Unterbringung und Bewohnerrechte sowie Diskriminierungsschutz. Das letzte Kapitel behandelt die UN-Behindertenrechtskonvention und den Unabhängigen Monitoringausschuss.

Albert Maresch (Abt. Öffentlichkeitsarbeit) hat einen Buchabschnitt verfasst.

 

 

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