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Als BewohnervertreterInnen vertreten wir Menschen, die von Freiheitsbeschränkungen betroffen sind. Seit 2005 sind alle Einrichtungen, die unter das Heimaufenthaltsgesetz (HeimAufG) fallen, dazu verpflichtet, Freiheitsbeschränkungen an die Bewohnervertretung zu melden. 2012 wurden 25.853 Maßnahmen gemeldet. Weiter unten finden Sie weitere Informationen zum Heimaufenthaltsgesetz, zu Freiheitsbeschränkungen und zur Tätigkeit der BewohnervertreterInnen.

 

Wenn Sie als Meldeberechtigte/r einer Einrichtung eine Freiheitsbeschränkung melden wollen, nutzen Sie bitte den Link im Bereich "Meldung".


Heimaufenthaltsgesetz (HeimAufG)

Das Heimaufenthaltsgesetz gilt in Alten- und Pflegeheimen, Behinderteneinrichtungen, Tageszentren und in Krankenanstalten. In psychiatrischen Abteilungen hingegen kommen ausschließlich die Bestimmungen des Unterbringungsgesetzes zur Anwendung. Das HeimAufG regelt genau, unter welchen Voraussetzungen bei BewohnerInnen Freiheitsbeschränkungen vorgenommen werden dürfen. Ziel des Gesetzes ist der Schutz der Betroffenen bei Eingriff in ihre Freiheitsrechte sowie klare gesetzliche Vorgaben für alle mit Betreuung und Pflege befassten Berufsgruppen.

 

Freiheitsbeschränkung

 

Im HeimAufG werden mechanische, elektronische und medikamentöse Beschränkungen der Bewegungsfreiheit oder deren Androhung genannt, z.B. Bettseitenteile, Fixierung am Bett oder Rollstuhl, Versperren von Türen, Codierungs- und Überwachungssysteme, Hindern am Verlassen der Einrichtung, Wegnahme von Gehhilfen. Auch sedierende Medikamente können eine Freiheitsbeschränkung darstellen. Alle freiheitsbeschränkenden Maßnahmen müssen – unabhängig von ihrer Dauer – an die Bewohnervertretung gemeldet werden.

 

Bewohnervertretung

 

Die BewohnervertreterInnen vertreten Menschen, die von freiheitsbeschränkenden Maßnahmen betroffen sind. Sie suchen die betroffenen Personen in den Einrichtungen auf und führen Gespräche mit allen Beteiligten. Ziel ist es, die Dauer von Freiheitsbeschränkungen zu verkürzen und Alternativen zu Freiheitsbeschränkungen zu finden und umzusetzen. Für betroffene Personen soll die die größtmögliche Freiheit unter Gewährleistung ihrer Sicherheit ermöglicht werden.

 

Abhängig von der Zahl der Meldungen und Intensität der Freiheitsbeschränkungen werden unmittelbare oder stichprobenartige Überprüfungen vorgenommen. Die Bewohnervertretung ist aber nicht nur Kontrollorgan, sondern arbeitet auch durch Kommunikation und Kooperation mit ÄrztInnen, Pflegepersonal und EinrichtungsleiterInnen an der Entwicklung von konstruktiven Lösungen im Interesse von BewohnerInnen. In konkreten Einzelfällen stellt die Bewohnervertretung Anträge an das Gericht. Dieses überprüft dann insbesondere die Zulässigkeit der jeweiligen Freiheitsbeschränkungen.

 

Die BewohnervertreterInnen verfügen über eine Grundausbildung als SozialarbeiterInnen, diplomierte Gesundheits- und KrankenpflegerInnen, PsychologInnen, Sonder- und HeilpädagogInnen, BehindertenbetreuerInnen, SoziologInnen und/oder JuristInnen. Um ihre unterschiedlichen Zugangsweisen und facheinschlägige Berufserfahrung bestmöglich nutzen zu können, arbeiten sie in multiprofessionellen Teams. 

Weitere Informationen:

Imagefilm der Bewohnervertretung (externer Link)
Bewohnervertretung - Fragen und Antworten zum Heimaufenthaltsgesetz, Folder

Bewohnervertretung - Fragen und Antworten zum Heimaufenthaltsgesetz, Leicht Lesen-Version
Die Bewohnervertretung und Sie, Broschüre
Heimaufenthaltsgesetz - Information über den Umgang mit Freiheitsbeschränkungen, Broschüre